„Splashed Gypsy Girl“ *2011

aka

„Flughörnchen“

Im Februar 2016 habe ich Gypsy erstmals auf einem Video gesehen. Ein Mann sitzt auf ihr und schlägt mit einem Stock auf sie ein – nicht nachvollziehbar, warum. Ich sah ein Pferd, das mit aufgerissenen Augen einfach nur rannte, stets mit kräftigen Stockhieben angetrieben. Die Stute hatte einen guten Charakter – dessen war ich mir sicher. Sie hätte in dieser Situation durchaus auch anders reagieren können. Keine vier Wochen später zog Gypsy auf der Sunshine Westernranch ein. Ich wollte ihr eine Chance geben, sie solide ausbilden und in Gute Hände vermitteln.

Doch es kam ganz anders...

Erwartungsgemäß war Gypsy sehr eingeschüchtert, scheute sich vor Berührungen und schaute regelrecht durch einen hindurch. Sie hatte sich aufgegeben. Durch Freiarbeit, Bodenarbeit und Zirzensik wurde Gypsy etwas zugänglicher.

Auf Grund der negativen Erfahrungen nahmen wir uns für jeden Ausbildungsschritt viel Zeit. Nachdem sie sich mit Sattel gut longieren ließ und nicht mehr spannig dabei war, wählten wir für die erste Reiteinheit eine leichte sichere Reiterin, die über einen sehr guten Sitz verfügt und viel Erfahrung mitbringt. Doch bereits nach einigen Metern verspannte sich bei Gypsy jeder Muskel und sie fing heftig an zu bocken. In ihren Augen zeigte sich wieder Schrecken und Misstrauen. Unsere Reiterin hatte gut zu tun, den Sattel nicht vorzeitig zu verlassen. Nachdem Gypsys Reiterin sich völlig passiv verhielt, beruhigte sie sich etwas und wir konnten diese Einheit mit ein paar Metern Schritt doch noch positiv beenden.

Keiner hatte sie geschlagen, keiner geschrien, keiner störte sie von oben. Der erste Schritt war getan…dachten wir zumindest.

So wurde in sehr behutsamen Einheiten weiter mit ihr trainiert. Doch es zeigte sich, dass es bestimmte Auslösesituationen gab, die nicht vorhersehbar waren und Gypsy unkontrolliert losbocken ließen, so dass ein amerikanisches Rodeo-Pferd vor Neid erblassen würde. Diese Tatsache brachte ihr dann auch ihren Spitznamen „Flughörnchen“ ein. Damit wurde sie zur Chefsache erklärt. Gypsy wurde ab diesem Zeitpunkt ausschließlich von mir geritten, da mir selbst für sichere Reiter das Risiko zu hoch war. Wir arbeiteten in kleinen Schritten an der Longe und als Handpferd. Immer ergänzend dazu gab es Lektionen in Bodenarbeit, Anti-Schrecktraining und vertrauensbildende Übungen. Gypsys Vertrauen zu mir wuchs stetig, und so konnte ich sie auch bald frei in der Halle und im Gelände reiten.

Zwar gab es noch spannige Momente, doch das Bocken blieb aus. Natürlich erhielt sie sofort eine positive Bestärkung, wenn sie in solchen Situationen das unerwünschte Verhalten unterließ. Sie wirkte nun nicht mehr hilflos und erschien immer selbstbewusster. Sie schaute einen plötzlich an, hatte einen wachen und interessierten Gesichtsausdruck – und brummelte, was das Zeug hielt, sobald sie mich sah: Gypsy hatte also auch mich zur Chefsache erklärt.

Zu diesem Zeitpunkt war Gypsy eigentlich bereit, in ein neues Zuhause zu ziehen. Natürlich nur in ein geeignetes. Es war eine Person gefragt, die Lust hatte, weiter mit ihr zu arbeiten, sie weiter zu fördern und ihr dabei vor allem viel Zeit zu lassen. Doch keiner meldete sich auf unsere Verkaufsanzeige. Inzwischen hat sich zwischen Gypsy und mir ein starkes Band aufgebaut und die Verkaufsanzeige ist somit passé. Gypsy bleibt bei mir!

Flughörnchen zeigt uns wieder einmal, dass uns Pferde, egal welche negativen Erfahrungen sie durchgemacht haben, immer wieder eine neue Chance geben und uns ihr Vertrauen schenken.

Zur Zeit beginnen wir damit, auch wieder unterschiedliche Reiter mit ihr arbeiten zu lassen. Das klappt bereits in allen Gangarten, sofern ich anwesend bin.

Die Geschichte zeigt, dass es immer eine Möglichkeit gibt, Pferde zu fördern und Verhaltensmuster zu durchbrechen. Wichtig dafür sind der richtige Mensch, der richtige Trainingsplan und die Zeit, die das Pferd eben braucht. Und dann kommt das schönste Geschenk, das man sich vorstellen kann… Man bringt ein geschundenes Wesen dazu, seine Persönlichkeit entwickeln zu können und zu einem selbstbewussten und schönen Reitpferd zu werden.

Pfingstkurs 2015

Ein paar Impressionen vom Kinderreitkurs, der in den Pfingstferien 2015 auf der Sunshine Westernranch stattfand.

Osterrallye 2014

Den Pferden - schwupps - die Hasenohren übergezogen und schon kann die Osterrallye losgehen. Lustige Spiele wie Osterhasen-Weitwurf und natürlich Eier sammeln (die später gegen kleine Geschenke eingetauscht wurden) waren Teil des Programms. Das Wetter war toll und so waren viele Stationen draußen zu meistern. Beim Voltigieren durften die Kids noch ihre Akrobatik unter Beweis stellen. Der Nachmittag ging schnell vorüber und wir freuen uns auf Euch im nächsten Jahr.

Frohe Ostern wünscht das Sunshine Westernranch Team

 

 

Turniertag am 2.11.2013 in Löhlitz

Ganz anders, als das trübe, neblige, regnerische Wetter vor der Tür, war die Stimmung unter den Reitern und Zuschauern hervorragend. Kaffee, ein tolles Kuchenbuffet und eine heiße Gulaschsuppe sorgten für zufriedene „Mägen“.

Die Ponys und Pferde standen sauber geputzt, quasi  „geschniegelt und gestriegelt“ neben ihren aufgeregten Reiterinnen und dem einzigen Reiter.

Das Turnier begann um 10 Uhr mit dem Pleasure für Erwachsene, gleich daran anschließend musste die Jugend im Pleasure antreten. Hier stellten sich 6 Mädels den Anforderungen.

Um 11.15 konnten sich 3 Kids im Pleasure Walk-Jog messen. Die Zuschauer applaudierten begeistert und feuerten auch die Erwachsenen im anschließenden Horsemanship-Wettbewerb an.

In der Mittagspause wärmten sich alle im Reiterstübl auf, füllten ihre Bäuche mit dem leckeren Essen und plauderten lauthals durcheinander.

Nach der Pause zeigten die Kinder und Jugendlichen den Erwachsenen, was sie so im Horsemanship drauf hatten. 

Für den anschließenden Trail der Erwachsenen wurde die Halle voll gebaut. Verschiedenste  Aufgaben und Hindernisse entlockten so manchem Zuschauer ein verblüfftes Stöhnen. „Das soll man sich alles merken können?“  Umso begeisterter wurden alle Ritte verfolgt und mit viel Applaus belohnt.

Eine abgespeckte Version wurde für die Jugend in die Halle gelegt und auch diese Ritte wurden eifrig beklatscht.

Im Freestyle hatten sich nur zwei  Teams gemeldet. Team 1 zeigte eine wunderbare Version des Rasenmähersongs von Tischbein. Zwei mit Blümchen verzierte Ponys ( Luna und Inez) wurden von dem Rasenmäher (Möhre) umrundet . Die Kinder zeigten eine tolle Choreografie zu sehr unterhaltsamer Musik, so dass die bereits gute Stimmung  noch besser wurde.  Team 2 bestand aus einer Reiterin, die auf Pie eine Reining-Vorführung zu „So yours“ von Darin präsentierte. Beide Teams hatten sich toll dargestellt, so dass es die beiden Richterinnen vor eine schwere Entscheidung stellte. Mit einer sehr salomonischen Entscheidung, sie vergaben zwei erste Plätze, machten sie den Kindern eine große Freude.

Mit der letzten Prüfung, der Dollar Bill Pleasure, stieg die Stimmung noch an. Die Teilnehmer durften ohne Sattel  bei verschiedenen Gangarten einen 5€-Schein, auf dem sie saßen, nicht verlieren.  Sonja gab die Kommandos und hatte kein Erbarmen, denn alle mussten auch mehrfach angaloppieren und wieder stoppen. Die Siegerin durfte dann die 5€ behalten und wurde aufs heftigste gefeiert.

Alle waren sich danach einig: „Es war ein echt toller Tag!“

Ein herzliches Dankeschön geht noch an unsere Turnierrichterin Renate Heitmann sowie an ihren Ringsteward Viktoria Neun. Erwähnen möchte ich an dieser Stelle, dass ich den Zusammenhalt und die offene und freundliche Art aller Teilnehmer und Zuschauer besonders bemerkenswert fand.